Alternativer Gottesdienst von HopeTV

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Auf ein Wort vom 28.05.2020

Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und in Brotbrechen und im Gebet."
Apg. 2,42

Liebe Geschwister und Freunde,

in letzter Zeit hab ich immer mal die verwelkten Maiblumen abgepflückt, also die Fruchtstände des Löwenzahn, ehe sie zur Pusteblume geworden sind und sich auf Rasen und im Garten ausbreiten. Ich liebe zwar die herrlich satt gelben Frühlingswiesen, nur halt nicht überall. Genial aber sind die kleinen Schirmchen der bei Kindern so beliebten Pusteblume schon. Die reifen Samen warten nur auf einen günstigen Wind und lassen sich gern aus ihrer Verankerung reißen um sich ganz dem Wind anzuvertrauen. Wohin wird er sie wehen?

Sich dem Wind anvertrauen, daran erinnert die Pfingstbotschaft. Nicht jedem Wind, und das macht den Unterschied zur Pusteblume. In Zeiten, wo uns so viele Fragen beschäftigen und die Antworten oft so vage sind, die Zusammenhänge komplex, die Dichte und Widersprüchlichkeit der Informationen uns überfordert, und allzu einfache Antworten Konjunktur haben, da stehen wir in Gefahr, dass sich jeder seine eigene Wahrheit sucht und zurechtbastelt. Schließlich sucht jeder Halt unter den Füßen und Gewissheiten, die hoffentlich durch die Krise tragen. Dabei können wir uns aber völlig verlieren „wie Schafe ohne Hirten. Weil jeder nur auf seinen Weg sah.“ (Jes.53,6)

Was trägt wirklich durch die Krise, in der Verunsicherung, in der Suche nach einer Normalität, von der wir nur ahnen, dass sie eine andere sein wird als die, die wir kannten? Was bewahrt uns als Gemeinde vor dem Zerfall?

Und da bin ich beim Anfang der Gemeinde, bei Pfingsten und beim Heiligen Geist, der mit starkem Brausen wie ein starker Wind über die Jünger kam. Aus einer Schar verängstigter Männer und Frauen hinter verschlossenen Türen (Apg.1,13) wurde eine mutige Zeugenschar, die mit Begeisterung Gottes Heilstaten pries. Im Ergebnis entstand die Gemeinde und entwickelte schnell eine große Wirksamkeit. Aus einer Krise geht eine Gemeinde hervor, die so beschrieben wird: Sie hatte eine große Beständigkeit und Stabilität in gesunder Lehre der Apostel, in solidarischem Einstehen füreinander und geistlicher Gemeinschaft und Einmütigkeit im Gebet. (Apg.2,42)

Von welchem Wind lass ich mich bewegen? Vielleicht sind die Pfingstereignisse ein guter Prüfstein.
Stärkt er Vertrauen und Zuversicht? Weckt er Freude und Begeisterung? ‚Besiegt er Unsicherheit und Angst? Stärkt er die Gemeinschaft, Liebe und Solidarität? Dann trägt uns Gottes heiliger Wind und selbst in einer Mauerritze kann ein neues Pflänzchen wachsen. In diesem Sinn, lasst euch von Gottes gutem Geist berühren und bewegen. „Die der Geist Gottes führt, (antreibt, bewegt), die sind Gottes Kinder.“ Röm.8,14

Ich grüße euch mit dem Lied ghs 304!

Gesegnete Pfingsten!

Euer Johannes Scheel

 

Auf ein Wort vom 21.05.2020

„Was steht ihr da und schaut zum Himmel? Dieser Jesus wurde aus eurer Mitte in den Himmel aufgenommen. Er wird auf dieselbe Weise wiederkommen, wie er vor euren Augen zum Himmel weggegangen ist.“
Apg. 1,11

Liebe Geschwister und Freunde,

Ganz vorsichtig versuchen Menschen wieder ein Stück Normalität zu finden, die Krise hinter sich zu lassen. Die Welt ist nicht mehr dieselbe, das spüren wir. Die Sorge um die Gesundheit ist bei vielen der Sorge um die Zukunft gewichen. Vieles ist unsicher geworden in diesen Zeiten. Was wird noch alles kommen und wie hart wird es uns treffen?

Vor uns liegen Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Die Apostelgeschichte erzählt, wie sich Jesus nach seinem Leiden seinen Jüngern zeigte. Nein, die Welt war nicht mehr dieselbe. Aber die 40 Tage nach Ostern nutzt Jesus, seine Freunde auf die Zeit danach vorzubereiten. Bleibt in Jerusalem, wartet auf den Tröster! Sagt er zum Beispiel.

Jesus wird sie verlassen, aber er lässt sie nicht mit geplatzten Träumen zurück, sondern gibt ihnen eine neue Perspektive.

In Zukunft werden alle Beschränkungen und Grenzen aufgehoben sein. Das Evangelium vom Reich Gottes wird sich über die ganze Welt ausbreiten und ihr werdet meine Zeugen sein, von Jerusalem ausgehend bis an die Enden der Erde. Seid offen für die neuen Wege und Möglichkeiten! Spricht Jesus schon von einer Art Globalisierung? Aber sie ist für ihn kein Angstbegriff, sondern gefüllt mit Zuversicht und Segen für den Lauf des Evangeliums.

Wie das gehen soll?

Wartet auf den Tröster!

Was für ein schönes Wort für den Heiligen Geist. Jesus musste seine Freunde verlassen, damit der Tröster, der Heilige Geist zu allen kommen konnte.

Auch wir haben Trost immer wieder nötig, in Krisen, bei Verlusten, in Ängsten und Unsicherheiten im Blick auf das, was kommt. Das Wort Trost kommt von trauen und treu. Jesus verteilt keine Pflaster. Gott ist treu! Das ist eine kraftvolle Zusage: Wie ein gedeckter Scheck, der im Vertrauen eingelöst wird.

Ich wünsche euch allen den tiefen Trost von Himmelfahrt und Pfingsten!

Auch wenn wir in diesem Jahr nicht wie sonst unsere Gemeindewanderung auf Wolfgangs Touren durch die Sächsische Schweiz machen können. Sicher findet sich trotzdem eine Lichtung oder ein Hügel mit freiem Blick auf den Himmel, die Wolken und in die Weite. „Ich werde bei euch sein“, sagt Jesus und „ich komme wieder“! Dann werden wir für immer zusammenbleiben.

Wem kann ich heute ein Zeuge sein?

Sehr herzlich grüßt euch
Euer Johannes

 

Auf ein Wort vom 14.05.2020

„Wohl gehen sie durch ein Tal der Dürre,
aber sie machen es zur Quelle des Segens.“

Psalm 84,7 (Bruhns)

Liebe Geschwister und Freunde,

letztes Jahr habe ich die alte völlig eingerostete Schwengelpumpe wieder flottgemacht. Seitdem ziert sie unseren alten Brunnen im Garten. Nur, wenn man den Hebel betätigt, wird man enttäuscht. Die Pumpe scheint mehr, als sie ist. Solange der tiefere Schaden nicht behoben ist, spendet sie keinen Tropfen Wasser.
Mit so einer Enttäuschung vergleicht Petrus in seinem zweiten Brief Leute, die mit Irrlehren, wir würden sagen mit fake-news, Menschen verwirren und für ihre Zwecke manipulieren.

Wir schützen uns vor einem Virus mit Desinfektionsmittel und Kontaktbeschränkungen. Weil sich dieses winzige Ding so zu tarnen versteht, dass es von Zellen aufgenommen wird. Ist es aber erst einmal drinnen, dann manipuliert es den Stoffwechsel zu seinen Gunsten und vermehrt sich rasant, verbreitet sich im ganzen Körper und kann dabei schweren Schaden anrichten.

Wie schützt man sich aber vor fake-news, also gefälschten betrügerischen Nachrichten, vor Menschen, die sich mit ihrem spektakulären Geheimwissen in Gedanken und Meinungen hacken, dort festsetzen und zunehmend Denken und Handlungen manipulieren?  Auch aktuell im Umlauf befindliche Verschwörungstheorien schaffen eine interessante Unsicherheit. Selbst gut informierte Menschen wissen mitunter nicht mehr, was sie noch glauben sollen. Eine Gruppe von katholischen Bischöfen drückte dieser Tage ihre Sorge vor der Gefahr einer Weltregierung aus. Meinten manche Adventisten nicht, dass gerade der Papst eine solche insgeheim anstrebe? Steht die Welt denn völlig Kopf?

Irrlehren kommen heute in vielerlei Gestalt daher und das Internet bringt es jedem völlig ungefiltert freihaus. (Wasser würden wir so nie trinken.)
Es ist hier nicht der Platz, weiter auszuführen, warum solche Irrlehren so erfolgreich sind und so attraktiv, wo sie bei uns andocken und wie sie genau funktionieren. Fast immer verbergen sich aber hinter den behaupteten üblen geheimen Machenschaften eigene unlautere Absichten.
Ich spreche nicht für Naivität und es ist kein Zweifel, dass gerade in Krisenzeiten irgendwo auch jeder sieht, wo er bleibt und vieles schieflaufen kann. Gesätes Misstrauen aber ist ein schleichendes Gift, infektiös wie ein Virus. Irgendwann kann man nichts mehr glauben - den eigenen Augen und Ohren nicht. Zu schnell gibt man das eigene Urteilsvermögen ab an Leute, die angeblich wissen müssen.

Jesus warnte in seinen Reden über die letzte Zeit eindringlich vor Verführern. Und Petrus wird sehr drastisch um die Gemeinde zu warnen (2. Petrus 2).
Er geißelt scharf das einschmeichelnde Verhalten der Verführer, „die jede Autorität verachten“ (V10,) keine Ahnung haben, aber große Reden führen (V. 12). Im Grunde doch nur auf ihren eigenen Gewinn aus sind. (V3 u.13). Sie wittern überall Verführer („sie haben Augen der Ehebrecherin“ (V14) kann genau so verstanden werden). Wer sich aber auf sie einlässt, dem geht es wie einem, der auf eine Wolke hofft, die keinen Regen spendet oder einen Brunnen (oder eine Pumpe), die Hoffnungen weckt, aber kein Wasser gibt.
Ein hartes Urteil über Leute, die mit ihren Sonderwahrheiten Menschen in ihren Bann ziehen. Aus solchen Wolken fällt kein Regen. Der Wind bläst sie fort. Morgen haben sie wieder andere krude Theorien.
Wie gut ist es, die wirkliche Quelle zu kennen und das frische Wasser, das ein dürres Tal erblühen lässt (Psalm 84), an das ein Hirte führt (Psalm 23).  Ich entscheide mich immer mal wieder bewusst dafür, zuerst einmal zu vertrauen. Das ein Virus ein Virus ist und auch nicht mehr, dass die Einschränkungen lästig aber wohl doch notwendig sind und dass ansonsten noch immer mein Leben und unsere Welt in Gottes Hand sind und noch nicht von allen guten Geistern verlassen. Das traue ich im Übrigen auch fast alle Menschen zu, dass sie das Gute wollen. Manche zuerst für sich, andere mit Unvermögen, es auch zu tun. Und das kenne ich auch. Gott sei Dank, dass ich da nicht stehen bleiben muss. (Röm.8,1)

Bleibt an Leib und Seele gesund und in seinem guten Evangelium, in Vertrauen und Hoffnung behütet und in der Liebe, die sich von nichts einschüchtern lässt.

In der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen
Euer Johannes

Auf ein Wort vom 30.04.2020

„Da wurden sie alle guten Mutes!“

Apostelgeschichte 27,36

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

Nun könnte aber langsam wieder etwas Normalität einziehen. Ich bin ja ein geduldiger Mensch, aber die innere Anspannung wächst. Es gäbe so viel zu tun, man müsste sich doch kümmern.

Abgesehen davon müsste ich mal wieder zum Friseur. Es nervt allmählich. Wie viel Geduld müssen wir noch aufbringen? Wann können wir uns wieder versammeln? Macht es bei den komplizierten Ausnahmeregeln Sinn? Wie lange soll das noch so gehen?

„Da war im Himmel eine Stille bei einer halben Stunde.“ Was auch immer eine halbe Stunde in Gottes Ewigkeit ist, ist über diese Stille schon viel nachgedacht worden. Sie steht am Beginn der letzten dramatischen Ereignisse der Heilsgeschichte in Offenbarung 8,1. Vor allem, was die Welt in Atem halten wird und dem großen Tag Gottes vorausgeht, steht diese himmlische Stille. Begann nicht schon bei Elia ein neues Kapitel und ein neuer Weg aus der Krise in die Zukunft mit einem stillen sanften Sausen?

Wir halten sie oft nicht lange aus, die Stille. Wir sind die Geräusche der Stadt gewöhnt die ruhigen Nächte in Liegau sind fast unheimlich. Hier kläfft nicht mal ein Hund, geschweige hört man ein Auto und der nahe Flugplatz ist auch verstummt.

Vielen geht die Ruhe viel zu lange. Reduzierte Kontakte, eingeengter Lebensradius. In der Stille ist man auf sich selbst zurückgeworfen, begegnet seinen inneren Antreibern und Ängsten und dem, wovor man sich mit viel Aktivität trefflich ablenken konnte. Halten wir doch noch ein wenig aus, spüren wir den Mangel, was uns wirklich und eigentlich fehlt und was verzichtbar wäre für länger.

Jemand erinnerte diese Woche an die Armeezeit. Da konnten wir auch mitunter wochenlang zu keinem Gottesdienst gehen, hatten kein HopeTV und nicht mal ein Telefon. Wir wussten uns trotzdem getragen von den Gebeten unserer Familie und Gemeinde und wir lernten neu einfache Dinge zu schätzen, schrieben Briefe, malten, entdecktenim anderen Christen den Bruder, sangen und lachten herzhaft über die Dummheit des Machtsystems, das uns von unseren Familien getrennt hatte.  

„Da war eine Ruhe bei einer halben Stunde.“ Gott treibt nichts. Er agiert souverän. In der Ruhe liegt die Kraft, sagt der Volksmund. Gott lärmt nicht und kommt zum Ziel.

Für viele hat sich nicht viel geändert, andere leiden echt unter den Beschränkungen. Man kann sich an den Dingen, die täglich diskutiert werden völlig aufreiben und in dem Versuch, im Chaos der Medien und Meinungen nicht die Kontrolle und Übersicht zu verlieren, völlig irrewerden. Man kann aber auch auf das sehen, was geht und sich an dem Freuen, wozu man mal Zeit hat und sich in Achtsamkeit üben, den Frühling genießen, dem Lied der Amsel lauschen, sich nach langer Trockenheit in den Regen stellen und Gott danken, und kleine Zeichen der Verbundenheit und Zuneigung austauschen.

„Bleiben Sie gesund“ wurde selten so oft und so bewusst gewünscht, wie in diesen Tagen. Ich wünsche euch: Bleibt gesund an Leib, Seele und Geist!

Gott sorgt für uns und nicht nur für den Leib und unser Auskommen. Er sorgt für unser Leben und unser Heil. Vielleicht genießt du heute mal ganz bewusst eine ruhige halbe Stunde. Manchmal ordnet sich dabei sogar etwas vom Tohuwabohu in Kopf.

Herzliche Grüße

Euer Johannes

Auf ein Wort vom 16.04.2020

„Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit der Welt zu beklagen.“

(frei nach Konfuzius chin. Philosoph um 500 v.Chr.)

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

wir spüren, dass wir in bewegten Zeiten leben. Sicher geglaubtes ist unsicher geworden. Ein winziges Virus hat das normale Leben aus der gewohnten Bahn geworfen. Der erzwungene Stillstand ist in einer Welt, wo Zeit Geld ist, der wirtschaftliche Supergau. Die Welt nach Corona wird eine andere sein, sagen die Zukunftsdeuter. Wird eine Neubesinnung auf verlorene Werte stattfinden - Demut, Solidarität, Dankbarkeit? Oder folgt nur die nächste Stufe der Beschleunigung? Erleben wir die Wehen vor dem Ende der Tage? Oder geht es schon irgendwie weiter? Ich für mein Teil bin vorsichtiger geworden mit dem Deuten der Zeitereignisse. Ich halte mich an einen Kernsatz aus Jesu Endzeitpredigt: „Es ist noch nicht das Ende.“ (Matth.24,6). Gottes Reich braucht die Katastrophen unserer Welt nicht. Es wächst da, wo wir ihm Raum geben.

Nun haben wir mit Spannung erwartet, wie es nach dem 19.04. mit den Einschränkungen weitergehen wird. Viele wünschen sich eine zügige Rückkehr zur Normalität. Aber das wird nun doch noch länger dauern und auch auf Gottesdienste und Versammlungen werden wir vorerst noch verzichten müssen. Das fällt schwer. Andererseits werden wir auch erfinderisch, uns doch auf ganz unterschiedliche Weise zu begegnen.

In allen Unsicherheiten schaue ich aus nach den Zeichen der Hoffnung und der Fürsorge Gottes. Die Berichte der Geschwister über Anrufe oder kleine Gesten der Verbundenheit sind mir solche Zeichen. Oder unser neuer Garten. Da liegt noch ein großer Berg Sperrmüll unterm Apfelbaum, halb über der Baumscheibe, wo die Urgroßeltern einst Frühblüher gesteckt haben. Was für ein Bild, als zwischen alten Brettern und Gerümpel Krokusse, Tulpen und leuchtend blaue Leberblümchen ihren Weg ans Licht gebahnt. Der Müll hat sie nicht abgeschreckt, den Frühling anzuzeigen.

So sucht die Hoffnung und die gute Nachricht von Jesus durch alles, was uns Angst und Mühe macht ihren Weg und wird uns in und auch nach der Krise tragen.

Ich staune, dass in der Bibel gerade die Zeiten großer Ereignisse und Umbrüche von besonderen Verheißungen Gottes für sein Volk und die Menschen, die er liebt, begleitet waren.

Ich grüße euch herzlich mit einem Lied aus dem Quelleliederbuch. Machen wir die Augen auf und sehen die Zeichen, die Gott uns in den Weg stellt!

Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt,
ist das nicht in Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?
Dass das Leben nicht verging, so viel Blut auch schreit,
achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit.
Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht.
Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt,
bleibe uns ein Fingerzeig wie das Leben siegt.
Schalom Ben-Chorin 1942

Herzliche Grüße,
euer Johannes

 

Auf ein Wort vom 09.04.2020

Liebe Geschwister,

recht herzlich möchte ich euch in diesen Tagen grüßen und euch ein gesegnetes Osterfest wünschen. Die Wärme lockt den Frühling. Was monatelang verborgen ruhte, in Zweigen, Knospen, Knollen, bricht mit Macht hervor und will leben. Die Welt zieht wieder ein buntes Kleid an. Wir genießen die Sonne. Für viele ist der Frühling die schönste Jahreszeit. Auf jeden Fall ist es die hoffnungsvollste.

Wir gehen auf Ostern zu. Und viele werden Ostern ganz anders verleben als sonst üblich. Kein Besuch, keine Reise, keine großen Familientreffen und keine Gottesdienste, jedenfalls nicht mit direkter Begegnung. Stattdessen zu Hause und vielleicht sogar allein. Ich wünsche dir und allen, dass es trotzdem oder sogar gerade deswegen, eine ganz besonders gesegnete und erfüllte Zeit ist. Wir besinnen uns auf Jesus. Vielleicht ist ja wirklich mal Zeit, die Stationen von Jesu Leidensweg anzuschauen und vor den Szenen und inneren Bildern zu verweilen. „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen“ (Jes.53,4), so beschrieb schon Jesaja den Gottesknecht. Tatsächlich können wir auf dem Weg von Jesus unsere eigenen Ängste und Leiden und die aller Menschen, in einem neuen Licht sehen. Er hat sie schon gekannt und getragen. Gott ist nicht auf seinem goldenen Thron geblieben. Er ist wirklich zu uns herabgestiegen - ganz einer von uns geworden.

Mich faszinieren die wenigen Worte, die Jesus auf diesem letzten Weg sagt. Sein Gebet in Gethsemane, dass der Kelch doch vorübergehen möge, aber nicht gegen Gottes Willen. Die Warnung an die Jünger, die gerade dann unendlich müde waren, wenn man sie brauchte: „Wacht und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt!“ In der Krise merkt man bei allem guten Willen, wie schwach „das Fleisch“ ist. Irgendwie gibt es in der ganzen Passionsgeschichte keine Helden, nur lauter schwache Menschen, die ängstlich erst mal nur an sich denken. An keiner Stelle sucht Jesus nach Schuldigen, klagt nicht an, obwohl er Grund genug hätte. Scheinen doch irgendwie alle unter einer Decke zu stecken und sich gegen ihn verschworen zu haben. Kein Wort über das unfaire Verfahren. Stattdessen hat er einen anderen Blick: (Mt.26,64) „Von nun an werdet ihr sehen des Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels.“ Über den Niederungen menschlicher Machtpolitik sieht er, wer wirklich im Regiment sitzt und wo sein Platz ist. Er durchbricht die Macht und Logik von Gewalt, Gemeinheit, Lüge und Grausamkeit. Er duldet, trägt bis hinauf nach Golgatha ans Kreuz. Dort hat man ihn festgenagelt. Dort hängt er schließlich zwischen Himmel und Erde. Nirgends ist Platz für ihn. Man hält Abstand als wäre er ansteckend. Allein ringt er um Atem, stöhnt seine Verlassenheit hinaus. „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt. 27,46) Solches Leiden ist schwer zu ertragen. Er aber hat es ausgehalten. Jesus hat nicht nur hingeschaut, er ist bei den Menschen geblieben, einer von ihnen, an ihrer Stelle. Wir dürfen an diesem Karfreitagsmoment verweilen. Das heißt, dass niemand auch in seiner schwersten Stunde allein sein muss. Jesus, unser Bruder, kennt den Schmerz, die Einsamkeit, die Atemnot, die letzte Verzweiflung. Niemand ist darin allein. Er ist da.

Dann kommt der Sabbat. Es ist vollbracht! Sünde, Tod und Teufel besiegt. Es ist wie am Anfang der Schöpfung: Das Werk ist getan, und siehe, es war sehr gut. Ruhe! Der Sabbat nach dem Karfreitag erinnert uns besonders daran, dass nicht wir unsere Erlösung mühevoll erarbeiten müssen. Glaube ist zuerst Ruhe, Gnade, weil er alles vollbracht hat. Jetzt wird alles gut.

Mit der aufgehenden Sonne am Ostermorgen erscheint die Welt in einem neuen Licht. Das Grab ist leer. Jesus lebt! Er ist da, begegnet den Frauen, die die ersten Zeugen seiner Auferstehung werden. Er trifft seine Jünger, die sich noch verstecken, sagt ihnen zu: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt ende!“ (Mt. 28,20) Dem hat Matthäus nichts mehr hinzuzufügen. In seinem Evangelium spricht der lebendige Herr das letzte Wort. Was auch kommt, wie es auch kommt, das Wort steht und es gilt uns genauso. Jesus ist uns nahe. Durch Menschen, aber auch noch näher als je ein Mensch uns nahe sein kann.

Wie auch immer du Ostern verbringst. Ich wünsche Dir, dass Du das weißt und spürst und erlebst und dass es Dich trägt und Dir den Weg weist. Den Weg zum Leben. Der Herr ist auferstanden. Wahrlich, der Herr ist auferstanden! Gesegnete Ostern!

Viele unserer Geschwister und Freunde sind in diesen Tagen besonders über Telefon, Internet und soziale Medien miteinander verbunden. Andere sind auf diesen Wegen nicht so einfach zu erreichen. Euch sollen diese Zeilen besonders erreichen.

Wie schmerzlich war der Abschied zwischen Jesus und seinen Jüngern. Sie würden sich lange nicht wiedersehen. Umso stärker wurde die Hoffnung in den Herzen auf den Tag, wo der Herr wiederkommen und die Seinen in die Arme schließen würde, mit ihnen am Tisch sitzen und die Gemeinschaft ganz neu genießen.

Möge diese Hoffnung eure Herzen erfüllen, euch trösten und verbinden.  

Ich grüße euch sehr herzlich!
Euer Johannes

Auf ein Wort vom 19.03.2020

Für Adventgemeinden ist das außergewöhnlich und da man die Bedrohung nicht sehen kann, hat das Ganze einen stark surrealen Eindruck. Das bietet Raum für Verschwörungsfantasien und natürlich reichlich für Spekulationen und Panikmache.

Ich meine, wir sollten unser Gottvertrauen gerade jetzt nicht verlieren, ruhig aber auch vernünftig sein, auf unnötige Nähe einmal verzichten und die reichlich ausgewiesenen Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Eine Zeit ohne Gottesdienste, ohne die gewohnten regelmäßigen Begegnungen – das ist eine außerordentliche Auszeit. Das alte Israel kannte das Sabbatjahr. Da wuchs nur, was von selber wuchs, da erholten sich Boden und Natur, der Mensch fuhr seine Ansprüche herunter, besann sich auf die elementaren Dinge des Lebens. Natürlich sind Beziehungen lebenswichtig und schon ein Sabbat ohne Gottesdienst kann sich sehr fremd, einsam und langweilig anfühlen. Aber vielleicht hält man diese Abstinenz einmal bewusst aus. Was bedeuten mir Gottesdienst und Begegnungen mit Glaubensgeschwistern und Freunden? Fehlt mir tatsächlich etwas? Wie selbstverständlich war mir oft Gemeinde? Halte ich es noch mit mir allein aus? Ertrage ich eintretende Stille? Was zählt eigentlich im Leben? Was ist verzichtbar und was ist lebensnotwendig?

Begreifen wir diese außergewöhnliche Situation auch als eine Chance für Entschleunigung, für Besinnung und echte Pause, und vielleicht auch kreativ zu werden eben doch vernetzt zu bleiben, keinen zu übersehen, der vielleicht mal jemanden braucht. Vielleicht kann ja sogar mit der erzwungenen Distanz eine ganz neue Nähe wachsen.

Bleiben wir verbunden im Gebet, in der Fürsorge und im Gottvertrauen.

Mit herzlichen Grüßen

Johannes Scheel, Pastor

 

Herzlich Willkommen auf den Internetseiten der Adventgemeinde Pirna.

Wir sind eine christliche Gemeinde, die zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehört. Unser Gemeindehaus befindet sich in der schönen Kreisstadt Pirna, die auch das Tor zur Sächsischen Schweiz genannt wird.

Gegründet wurde die Adventgemeinde in Pirna 1911 und hat seit dem eine wechselvolle Geschichte erlebt ehe das Gemeindehaus auf der Schulstraße 1957 eingeweiht wurde.
Heute wird das Gemeindehaus für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt. Informationen finden sie dazu in den einzelnen Rubriken. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und gerne begrüßen wir Gäste.

Wenn Sie gerne wissen möchten was Adventisten glauben, dann verweisen wir auf die Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten.

Wenn Sie gerne wissen möchten wie Adventisten glauben, dann sind Sie herzlich eingeladen uns Samstag 9:30 Uhr als Gemeinde im Gottesdienst zu erleben.