Wir müssen die Taten vollbringen, mit denen Gott mich beauftragt hat, solange es noch Tag ist. Es kommt eine Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann.
Jesus in Johannes 9.4 basisbibel

Liebe Geschwister und Freunde,

„Lockdown“, so konnte man in der Zeitung erfahren, ist zum Anglizismus des Jahres 2020 gekürt worden. Vor einem Jahr kannten wir das Wort noch kaum. Es bezeichnet eigentlich eine Absperrung, wie etwa um einen Tatort oder auch eine Ausgangssperre. Er ist zum stehenden Begriff für den verhängten Ausnahmezustand mit zahlreichen Verordnungen zur Vermeidung von Kontakten und Infektionsgefahren geworden. Er bestimmt nun schon etliche Wochen unser soziales Leben. Gewöhnen will man sich nicht daran. Manche profitieren in dieser Situation (allen voran amazon und co.) andere geraten an Grenzen ihrer Existenz. Die Ungeduld steigt und die Sehnsucht nach etwas wie Normalität wird drängender, vielleicht nach einem Friseurtermin, einer unbeschwerten Familienfeier, einem fröhlichen Tanzabend, einem Restaurantbesuch, einer Urlaubsreise, oder einfach nach einem normalen Arbeitstag, ob in einem Büro mit vielen Kollegen oder einem Theaterchor- oder Orchesterprobe.

So gesehen sitzen wir als Gemeinden im gleichen Boot. Leere Kapellen, keine Jugend- und Gebetsstunden. Gottesdienste nur über Fernsehen oder Videokonferenzen. Für manchen sind das echte Entdeckungen und die Unabhängigkeit von Raum und Zeit schafft ganz neue Möglichkeiten der Verbundenheit. Trotzdem finden viele zu diesen Medien nur schwer Zugang und mancher ist trotz gemütlicher Sofaecke langsam davon genervt, permanent vor dem Bildschirm zu hocken.

Die Leere im Kalender fühlt sich mitunter wie eine leere im Kopf an. Schreibblockade – die Ideen gehen aus – auch eine Art von Lockdown.

Wieder mal frage ich mich, ob es nicht so was auch in der Bibel gibt und mir fällt ein Text aus Johannes 9,1-5 ein. Da kündigt Jesus quasi einen kommenden Lockdown an.

Jesus begegnet „im Vorbeigehen“ einem Blinden. Von Geburt an blind. Typisch fragen die Jünger: Wer ist schuld? Das ist wie ein Webfehler seit Adam und Eva – wir suchen nach Schuldigen. Zeitungen und Internetseiten sind voll davon. Trefflich lässt sich darüber debattieren. Aber Jesus kehrt die Perspektive um. Aus dem Warum macht er ein Wozu. Nämlich, damit etwas von Gott sichtbar wird. Und dann kommt der Satz: „Wir müssen die Taten dessen tun, der mich gesandt hat, solange es Tag ist. Es kommt die Nacht, da niemand mehr etwas tun kann.“ Daraufhin macht er den Blinden sehend. Jetzt ist die richtige Zeit. Jesus ist da und einer, der noch nie etwas gesehen hat erblickt zum ersten Mal das Licht der Welt; sogar in doppeltem Sinn.

Ich frage mich, warum halte ich die Nacht, den Lockdown so schwer aus? Will ich gerade jetzt nachholen, was ich schon viel eher versäumt habe? Für Jesus kam die Zeit nichts mehr zu tun, als er gefangen genommen wurde, seine Arme schließlich am Kreuz ausbreitete. Vielleicht dürfen wir auch dann, wenn wir gar nichts tun können, ausgebremst sind, krank, ausgebrannt eine andere Wirklichkeit sehen. „Ich bin das Licht der Welt“, sagt Jesus seinen Jüngern (Joh.9,5). Das könnte heißen, dass auch der härteste Lockdown nicht düster und zum Verzweifeln ist. Auch wenn ich mal nicht die Welt rette, ja überhaupt nichts zustande kriege, auf Hilfe anderer angewiesen bin, ist er nah, bin ich getragen.

Nun kehrt sich die Perspektive für mich noch einmal um. Und die Frage will ich mit dir teilen. Wir werden ganz neu darüber reden müssen: Was will ich denn, was willst du denn tun, wenn wieder etwas möglich wird? Die Nacht, in der man nichts tun kann, wird vorübergehen. Was habe ich in dieser Zeit gelernt, was ist mir wichtig geworden, was will ich dann tun? Welche Werke will Gott, dass wir tun sollen mit seiner Hilfe? Uns in die Sofaecke kuscheln und selbst betreuen, uns freuen, wenn wir uns wieder versammeln und singen können? Ja, das ist auch schon was, denn es ist Zeugnis des Glaubens. Aber vielleicht ist es nur ein Anfang von einem neuen Leben und Wirken für andere, mit anderen und für blind Geborene, an denen wir manchmal so vorbeigehen. Ich merke, wie mich mein Nachdenken mit euch selbst ermutigt und mit Hoffnung erfüllt. Es wird ein Tag kommen, an dem man wieder wirken kann. Und sicher gibt’s selbst im Lockdown die eine und andere gute Gelegenheit. Ruhe zum Gebet, Klarheit über die eigenen Bedürfnisse und Mut zum Handeln zu finden. Denn Jesus ist das Licht der Welt und er wirkt bis auf diese Stunde.

Herzlich grüßt euch euer
Johannes Scheel

Alternativer Gottesdienst von HopeTV
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Weitere Informationen auf www.dvg-online.de
(Deutscher Verein für Gesundheitspflege)

Kein Gottesdienst in der Adventgemeinde Pirna

In der Adventgemeinde Pirna findet kein öffentlicher Gottesdienst statt. Auch alle sonstigen Veranstaltungen sind ausgesetzt.

Damit folgt die Gemeinde einer dringenden Empfehlung ihrer regionalen Kirchenleitung. Es geht dabei nicht um die Sorge eigener Ansteckung mit dem Corona-Virus, sondern eine Entscheidung aus Verantwortung für Risikogruppen wie z.B. alte Menschen oder Menschen in wichtigen Helferberufen, für die eine Infizierung für sich oder andere dramatische Folgen haben könnte.

In dringenden seelsorgerlichen Anliegen melden Sie sich bitte bei Pastor Johannes Scheel.

Telefon: +49 3528 2269027
johannes.scheel@adventisten.de

Wir sind gern für Sie da.